Wildbienen — die stillen Bestäuber
Laut der Deutschen Wildtier Stiftung gibt es in Deutschland 585 verschiedene Wildbienenarten. Die meisten leben, anders als Honigbienen, solitär — eine Ausnahme bilden die Hummeln. Rund 30 % von ihnen sind Spezialisten, die nur auf bestimmte Pflanzenarten angewiesen sind.
Zehntausende Bienen, ein Staat, ein Wintervorrat aus Honig — von Imkern betreut.
Kein Staat, kein Honigvorrat — Nester in totem Holz, Erdlöchern oder Mauerritzen.
Die gehörnte Mauerbiene
Bei mir im Garten nehmen ganz viele gehörnte Mauerbienen meine Nisthilfen in Anspruch — es ist beeindruckend, wenn beinahe hundert von ihnen vor dem Wildbienenhotel herumfliegen. Von den 40 deutschen Mauerbienenarten ist sie mit 10 bis 15 mm eine der größeren.
Sie hat ein schwarzes Brustteil und fällt durch ihr fuchsrotes, stark behaartes Hinterteil sofort auf. Sie sammelt an vielen verschiedenen Blüten Pollen und ist dabei auf keine bestimmte Art angewiesen.
Weitere heimische Wildbienenarten
Leben in kleinen Völkern von bis zu ein paar hundert Tieren, die aber nur ein Jahr halten — im Herbst stirbt das Volk bis auf die neue Königin.
Über 100 Arten allein in Deutschland — sie graben eigene Erdgänge und sind oft schon im zeitigen Frühjahr unterwegs.
Männchen verteidigen ihr Blütenrevier aggressiv gegen andere Insekten; Weibchen sammeln Pflanzenwolle für den Nestbau.
Schneiden runde Stücke aus Blättern, gerne Rosen, um damit ihre Brutzellen auszukleiden.
Ein eigenes Wildbienenhotel bauen
Witterungsgeschützt und an einem sonnigen Platz aufstellen — keine Glas- oder Plastikröhrchen, sie verpilzen.
Esche, Buche, Eiche oder Obstholz — nie Nadelholz. Löcher 3–8 mm, ca. 15 cm tief, quer zu den Jahresringen und als Sackloch, also nicht ganz durchbohren.
Gebündelte Stängel von Holunder, Brombeere oder Bambus nehmen viele Wildbienen gerne als Nistplatz an.



